Wer hat Interesse?
Wie das Gewerbe in Rottenburg gefördert werden soll – und von wem. Dazu eine Anmerkung eines Kreistags-Kandidaten der Linken.
Als noch aktives Mitglied des HGV habe ich gegen die Wirtschaftsförderungs- und Tourismus GmbH (WTG) gestimmt und für eine Geschäftsstelle des HGV geworben. Dies wurde abgeschmettert, weil man die finanzielle Unterstützung der Stadt mitnehmen wollte. Heute stellt sich die WTG als verlängerter Arm der Verwaltung dar und kostet den HGV viel Geld. Befremdend ist es zu hören, dass die Impulse für eine belebte Fußgängerzone von der Kommune kommen sollen. Wer hat dann Interesse an einer belebten Innenstadt?
Die Anwohner wohl eher nicht. Die schätzen die Ruhe, wenn nichts los ist. Also nur das Gewerbe und die Grundbesitzer – und die wollen Belebung zum Nulltarif. Dort geht man die CDU oder FDP wählen, weil die ja was fürs Gewerbe tun. Falsch! Erst vor ein paar Tagen hat sich die FDP gegen jegliche Erhöhung der Gewerbe- und Grundsteuern ausgesprochen. Wie will eine Kommune Gewerbeförderung betreiben, wenn Sie kein Geld hat? Soll es der Bürger bezahlen?
Vielleicht würde es den Gewerbetreibenden mal gut tun, andere Programme zu studieren. Etwa das der Linken, die einen flächendeckenden Stadtverkehr zu sozial verträglichen Preisen als kommunalen Eigenbetrieb etablieren wollen. Was bedeutet dies fürs Gewerbe? (...) 50 bis 100 Arbeitsplätze können durch Rekommunalisierung in Rottenburg entstehen. Was diese Zahlen für den Handel bedeuten, machen Sie sich selber klar. Auch soziale Ideen können Gewinn bringen. Deshalb weg von alten Denkmustern und hin zu bisher Undenkbarem. Soziale Ideen zur Kaufkraftstärkung und für ein gutes christliches Gewissen. Sie haben bald die Wahl!
Wolfgang Schäfer, Hirrlingen
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